VMware vSAN ist seit Jahren ein zentraler Baustein für hyperkonvergente Infrastrukturen. Mit VMware vSAN 9 rückt die Lösung noch stärker in den Mittelpunkt moderner Private-Cloud-Architekturen – insbesondere im Zusammenspiel mit VMware Cloud Foundation 9.
Während frühere vSAN-Versionen vor allem klassische HCI-Szenarien adressierten, geht es bei vSAN 9 deutlich stärker um skalierbaren Software-defined Storage, Cyber-Resilienz, bessere Storage-Effizienz, Kubernetes-Workloads, KI-nahe Anwendungen und eine einheitliche Betriebsplattform für private und hybride Cloud-Umgebungen. VMware Cloud Foundation 9.0 ist seit Juni 2025 allgemein verfügbar und positioniert die Plattform als moderne Private Cloud mit einheitlicher Verwaltung, Automatisierung, Security- und Kostenfunktionen.
Was ist VMware vSAN 9?
VMware vSAN ist eine softwaredefinierte Storage-Lösung, die lokale Speichermedien mehrerer ESXi-Hosts zu einem gemeinsamen Datastore zusammenfasst. Dadurch entsteht eine hyperkonvergente Infrastruktur, bei der Compute und Storage eng integriert sind.
Mit vSAN 9 wird diese Rolle weiter ausgebaut: vSAN ist nicht mehr nur Storage für virtuelle Maschinen, sondern Teil einer umfassenden Private-Cloud-Plattform innerhalb von VMware Cloud Foundation. VMware beschreibt vSAN 9 als integrierte Storage-Basis für moderne Workloads, darunter klassische VMs, Container, KI-nahe Anwendungen und datenintensive Enterprise-Workloads.
Die wichtigsten Neuerungen in VMware vSAN 9
Globale Deduplizierung für bessere Storage-Effizienz
Eine der wichtigsten Neuerungen in vSAN 9 ist die globale Deduplizierung. Sie soll Speicherplatz effizienter nutzen, indem doppelte Daten clusterweit reduziert werden. Das ist besonders relevant, wenn viele ähnliche virtuelle Maschinen, Templates, Container-Images oder wiederkehrende Datenstrukturen gespeichert werden.
VMware nennt für vSAN 9 eine softwarebasierte globale Deduplizierung, die im Hintergrund arbeitet und laut Hersteller die Storage-Kapazität deutlich reduzieren kann. Die Deduplizierung ist dabei als Post-Process-Verfahren ausgelegt, um die laufende Performance möglichst wenig zu belasten.
Für Unternehmen bedeutet das: vSAN 9 kann helfen, die Kosten pro Terabyte zu senken – gerade in Zeiten wachsender Datenmengen und steigender Anforderungen an lokale Private-Cloud-Infrastrukturen.
vSAN Express Storage Architecture als moderner Storage-Unterbau
Mit der vSAN Express Storage Architecture, kurz ESA, setzt VMware auf eine modernere Storage-Architektur für NVMe-basierte Umgebungen. ESA ist auf hohe Performance, geringe Latenz und effizientere Ressourcennutzung ausgelegt.
VMware nennt für vSAN ESA bis zu 300.000 IOPS pro Node und konsistente Latenzen im Sub-Millisekunden-Bereich. Gleichzeitig skaliert vSAN ESA mit wachsender Clustergröße sowohl bei Kapazität als auch bei Performance.
Damit wird vSAN 9 besonders interessant für Organisationen, die performante Storage-Infrastrukturen für geschäftskritische Anwendungen, Datenbanken, Analyseplattformen oder moderne Applikationslandschaften aufbauen möchten.
Verbesserte Cyber-Resilienz und vSAN-to-vSAN-Replikation
Ein weiterer Schwerpunkt von vSAN 9 liegt auf Datenschutz, Wiederherstellung und Cyber-Resilienz. Bereits frühere Versionen brachten moderne Snapshot- und Schutzfunktionen. In vSAN 9 wird dieser Ansatz durch vSAN-to-vSAN-Replikation erweitert.
Damit können vSAN-Snapshots remote auf ein anderes vSAN-ESA-Datastore repliziert werden. Das unterstützt Disaster-Recovery-Szenarien, Cyber-Recovery-Konzepte und Wiederherstellungsstrategien gegen versehentliches Löschen, Ransomware oder andere Ausfallszenarien. VMware hebt hervor, dass einzelne virtuelle Maschinen repliziert und wiederhergestellt werden können, statt komplette LUN-Strukturen klassischer Storage-Arrays behandeln zu müssen.
Für Administrator.innen ist das ein wichtiger Punkt: Wiederherstellung wird granularer, VM-näher und stärker in die VMware-Plattform integriert.
Bessere Unterstützung moderner Workloads und Kubernetes
vSAN 9 ist nicht nur für klassische virtuelle Maschinen gedacht. VMware betont ausdrücklich die Rolle von vSAN für containerbasierte Workloads und Kubernetes-Umgebungen. Persistent Volumes können über den CSI-Treiber bereitgestellt und über Storage Policies gesteuert werden.
Das ist besonders wichtig, weil viele Unternehmen hybride Applikationslandschaften betreiben: klassische VMs, moderne Container-Anwendungen, Datenbanken, KI-nahe Workloads und Self-Service-Plattformen laufen zunehmend nebeneinander.
vSAN 9 unterstützt diesen Wandel, indem Storage-Funktionen enger mit VMware Cloud Foundation Automation, VMware Kubernetes Service und der einheitlichen Cloud-Betriebsplattform verbunden werden.
Höhere Skalierbarkeit bei File Services
vSAN bietet seit mehreren Versionen native File Services. Mit VCF 9.0 wird die Skalierbarkeit dieser integrierten File Services erweitert. VMware nennt eine Unterstützung von bis zu 500 File Shares pro Cluster.
Damit wird vSAN nicht nur als Block-Storage für VMs relevanter, sondern auch als Baustein für Datei-Workloads, Entwicklungsumgebungen und moderne Plattformdienste.
Netzwerkverkehr-Separation für vSAN Storage Cluster
Ein weiterer technischer Fortschritt betrifft die Trennung von Netzwerkverkehr. VMware nennt für vSAN Storage Cluster eine Performance-Steigerung von bis zu 25 Prozent durch Netzwerkverkehr-Separation, also die getrennte Behandlung von Compute- und Storage-Kommunikation.
Das kann helfen, vorhandene Netzwerkressourcen besser zu nutzen und gezielter zu planen. Gerade bei großen Clustern, hoher VM-Dichte oder datenintensiven Anwendungen wird die Netzwerkauslegung ein zentraler Erfolgsfaktor.
4Kn-Unterstützung und moderne Storage-Medien
Auch im Bereich Core Storage gibt es wichtige Neuerungen. In vSphere und VCF 9.0 wird End-to-End-4Kn-Unterstützung eingeführt. Dazu gehören 4K-VMDKs auf der Frontend-Seite und 4Kn-NVMe-SSDs für vSAN ESA auf der Backend-Seite. Für OSA gilt diese Unterstützung laut VMware-Blog nicht. ([VMware Blogs][3])
Für neue Hardwareplanungen ist das relevant, weil moderne Storage-Medien und langfristige Infrastrukturentscheidungen stärker auf 4Kn, NVMe und ESA ausgerichtet werden.
Was bedeutet vSAN 9 für Administrator.innen?
Für Administrator.innen verändert sich mit vSAN 9 vor allem der Blick auf den Storage-Betrieb. Es geht nicht mehr nur darum, einen vSAN-Cluster einzurichten und Speicherrichtlinien zu verwalten. Wichtiger werden:
- Planung von ESA-geeigneter Hardware
- Verständnis von Storage Policies
- Monitoring und Health Checks
- Replikation und Wiederherstellung
- Integration in VMware Cloud Foundation
- Absicherung gegen Datenverlust und Ransomware
- Betrieb von VM- und Container-Workloads auf gemeinsamer Infrastruktur
Auch das Lifecycle Management wird wichtiger. vSphere 9.0 unterstützt laut VMware den direkten Upgrade-Pfad von vSphere 8.0, jedoch nicht direkt von vSphere 7.0. Außerdem müssen Cluster und Hosts in vSphere 9 image-basiertes Lifecycle Management verwenden. Baseline-managed Cluster und Standalone Hosts werden nicht unterstützt.
Das sollte bei Migrations- und Schulungsplanung unbedingt berücksichtigt werden.
VMware vSAN 9 Schulung bei allskills Training
Wer vSAN 9 professionell einsetzen möchte, sollte die Architektur, die wichtigsten Konfigurationsoptionen und den laufenden Betrieb sicher beherrschen. In der Praxis entstehen viele Probleme nicht durch die Grundinstallation, sondern durch unklare Storage Policies, falsche Hardwareplanung, unpassende Netzwerkdesigns oder fehlendes Monitoring.
Im Seminar VMware vSAN 9 Administration bei allskills Training lernen Teilnehmende unter anderem die Funktionen und Architektur von vSAN, die Lizenzierung, die Konfiguration der vSAN-Netzwerkkomponenten, Planung und Design eines vSAN-Clusters, Storage Policies, VM-Bereitstellung auf vSAN-Datastores, Leistungsfaktoren und vSAN-Anwendungsfälle kennen.
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