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Weiterbildungsplanung im Unternehmen: 4 Fragen für die richtige Schulungsauswahl

Wie gehen Sie vor, wenn in Ihrem Unternehmen eine Weiterbildung, Schulung, ein Kurs oder ein Coaching geplant werden soll?

Manchmal entsteht der Bedarf sehr konkret: Ein Mitarbeitender kommt an einer Stelle nicht weiter und benötigt professionelle Unterstützung. In anderen Fällen wird Weiterbildung zentral geplant, etwa für ganze Teams, Abteilungen oder neue Aufgabenbereiche.

Unabhängig vom Anlass passieren bei der Weiterbildungsplanung häufig ähnliche Fehler:

  • Der mögliche Schulungsbedarf weiterer Mitarbeitender wird nicht berücksichtigt.
  • Kursbeschreibungen, Agenden und Voraussetzungen werden nur oberflächlich gelesen.
  • Rahmenbedingungen des Schulungsanbieters werden zu spät geprüft.
  • Termine werden erst nach der Angebotsanfrage intern abgestimmt.
  • Bei offenen Fragen wird keine Beratung genutzt.

Diese Fehler kosten Zeit, Nerven und oft auch unnötig Geld. Mit den folgenden vier Fragen können Sie Ihre Weiterbildungsplanung deutlich strukturierter angehen.

1. Ist die Schulung nur für eine Person relevant oder für mehrere Mitarbeitende?

Diese Frage ist entscheidend für Kosten, Organisation und Schulungserfolg.

Wenn nur eine Person geschult werden soll, ist ein offenes Seminar häufig eine gute Lösung. Sobald jedoch zwei oder mehr Mitarbeitende denselben Schulungsbedarf haben, lohnt sich ein genauerer Blick.

Bereits bei zwei Teilnehmenden kann es sinnvoll sein, beim Schulungsanbieter nach einem Rabatt zu fragen. Zusätzlich qualifizieren Sie direkt eine Vertretungsperson mit. Ab etwa drei bis vier Mitarbeitenden kann eine individuelle Firmenschulung wirtschaftlich und organisatorisch attraktiver sein als mehrere Einzelbuchungen in offenen Seminaren.

Eine Firmenschulung bietet außerdem den Vorteil, dass Inhalte stärker auf Ihre Systeme, Prozesse und konkreten Fragestellungen zugeschnitten werden können.

Tipp: Stimmen Sie vor der Angebotsanfrage intern ab, wer teilnehmen soll und welche Zeitfenster grundsätzlich möglich sind. So vermeiden Sie unnötige Rückfragen und beschleunigen die Angebotsphase.

2. Wie finde ich den passenden Kurs oder Schulungsanbieter?

Über Suchmaschinen finden Sie heute eine große Auswahl an Kursen und Seminaranbietern. Dabei lohnt es sich, nicht nur die ersten Suchergebnisse zu betrachten. Gute Schulungsanbieter sind nicht immer automatisch diejenigen mit dem größten Werbebudget.

Hilfreich sind mehrere Wege:

  • direkte Suche über die Website eines Schulungsanbieters
  • Recherche in Kursdatenbanken
  • Empfehlungen von Kolleg.innen
  • Erfahrungen mit bisherigen Schulungspartnern
  • direkte Anfrage beim Schulungscenter, auch wenn der Kurs nicht exakt gelistet ist

Gerade bei IT-Schulungen, technischen Themen oder individuellen Anforderungen ist es oft sinnvoll, direkt beim Anbieter nachzufragen. Nicht jeder mögliche Kurs steht vollständig auf der Website. Viele Themen lassen sich individuell organisieren, wenn passende Trainer.innen verfügbar sind.

Bei spezielleren Schulungswünschen wird häufig vorab ein kurzes Abstimmungsgespräch mit der Lehrkraft geführt. Dabei werden Inhalte, Vorkenntnisse, Dauer und Zielsetzung geklärt. Dieses Gespräch dient der Vorbereitung eines passenden Angebots und ist in der Regel unverbindlich.

3. Welcher Termin ist realistisch?

Ein häufiger Fehler bei der Weiterbildungsplanung ist, dass Termine zu spät intern abgestimmt werden.

Klären Sie deshalb vor der Anfrage:

  • Wann können die Teilnehmenden realistisch teilnehmen?
  • Gibt es Urlaubszeiten, Projektphasen oder interne Sperrtermine?
  • Soll die Schulung online, beim Anbieter oder als Inhouse-Schulung stattfinden?
  • Wie viel Vorlauf ist für Organisation und Freigabe nötig?

Bei offenen Seminaren gilt: Ein veröffentlichter Kurstermin ist nicht automatisch ein garantierter Termin. Viele Schulungsanbieter benötigen eine Mindestteilnehmerzahl. Achten Sie daher auf Hinweise wie „Garantietermin“ oder fragen Sie direkt nach, wie wahrscheinlich die Durchführung ist.

Bei individuellen Firmenschulungen können Sie gezielt Ihre Wunschzeiträume anfragen. Ob der Termin umgesetzt werden kann, hängt allerdings von der Verfügbarkeit geeigneter Trainer.innen ab.

Faustregel: Je ausgefallener bzw. anspruchsvoller das Thema oder Ihre Inhaltswünsche sind, desto größer sollte ihr mögliches Zeitfenster und vor allem der Planungsvorlauf sein!

4. Haben alle Teilnehmenden die notwendigen Vorkenntnisse?

Der Erfolg einer Weiterbildung hängt stark davon ab, ob die Teilnehmenden die passenden Vorkenntnisse mitbringen.

Lesen Sie deshalb nicht nur den Kurstitel, sondern auch:

  • die Kursagenda
  • die vorausgesetzten Kenntnisse
  • die Zielgruppe

Besonders wichtig ist dieser Abgleich bei Firmenschulungen mit mehreren Mitarbeitenden. In einem Team können die Wissensstände sehr unterschiedlich sein. Eine erfahrene Administratorin oder ein erfahrener Administrator benötigt möglicherweise eine andere Schulungstiefe als eine Vertretungsperson oder ein neuer Mitarbeitender.

Wenn Teilnehmende mit sehr unterschiedlichen Kenntnissen in denselben Kurs gehen, entstehen schnell Probleme: Einige fühlen sich unterfordert, andere sind überfordert. Beides mindert den Schulungserfolg.

Eine gute Lösung kann ein vorbereitender Crashkurs sein. Ein bis zwei Tage Grundlagenvermittlung vor der eigentlichen Schulung helfen, Wissenslücken zu schließen. Das kann online, vor Ort oder direkt vor dem Hauptkurs stattfinden.

Ja, das kostet extra Geld, sichert allerdings auch Ihre Investition in die Hauptschulung, denn dann kommen alle gut mit und keiner langweilt sich = maximales ROI (Return of Investment)

Keine Überforderung und Frustration, kein Ärger über vertane Zeit und zu schleppenden Kursfortschritt – alle sind motiviert und können anschließend das Gelernte gut umsetzen 😊 So soll es sein.

Checkliste: So planen Sie Ihre Weiterbildung strukturiert

Vor der Anfrage bei einem Schulungsanbieter sollten Sie folgende Punkte klären:

  • Wer soll an der Schulung teilnehmen?
  • Gibt es weiteren Bedarf im Team oder in anderen Abteilungen?
  • Welche konkreten Ziele sollen durch die Schulung erreicht werden?
  • Welche Vorkenntnisse bringen die Teilnehmenden mit?
  • Gibt es bevorzugte Termine oder Ausschlusszeiten?
  • Soll es ein offenes Seminar oder eine individuelle Firmenschulung sein?
  • Ist eine Online-Schulung, eine Präsenzschulung oder ein Inhouse-Training gewünscht?
  • Gibt es spezielle Systeme, Versionen oder Praxisbeispiele, die berücksichtigt werden sollen?

Je besser diese Punkte vorbereitet sind, desto passender kann das Angebot erstellt werden.

Offenes Seminar oder Firmenschulung: Was passt besser?

Ein offenes Seminar eignet sich besonders, wenn nur einzelne Mitarbeitende geschult werden sollen oder wenn ein Standardthema gesucht wird.

Eine individuelle Firmenschulung ist sinnvoll, wenn mehrere Personen teilnehmen, eigene Fragestellungen eingebunden werden sollen oder unterschiedliche Schwerpunkte benötigt werden.

Gerade bei IT-Schulungen kann eine Firmenschulung einen großen Mehrwert bieten, weil Inhalte direkt an vorhandene Systeme, typische Aufgaben und konkrete Herausforderungen angepasst werden können.

Wir unterstützen Sie bei Ihrer Weiterbildungsplanung

Sie planen eine IT-Schulung, eine Firmenschulung oder eine individuelle Weiterbildung für Ihr Team?

Dann sprechen Sie uns gerne an. Wir beraten Sie unverbindlich, prüfen passende Kursformate und erstellen Ihnen ein Angebot, das zu Ihrem Bedarf, Ihren Teilnehmenden und Ihrem Zeitrahmen passt.

Ob online, bei uns vor Ort oder als Inhouse-Schulung in Ihrem Unternehmen: Gemeinsam finden wir die passende Lösung für Ihre Weiterbildung.

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Sabine Korn-Dörfler
 

Ich bin Sabine Korn-Dörfler und seit rund 25 Jahren Seminarberaterin im IT- und Management-Seminarbereich

 
Veröffentlicht am
Autor: Sabine Korn-Dörfler
Funktion: Vertriebsleitung und Management, NetQuest GmbH & allskills Training
Kategorien: Allgemein und Wissen

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