Die Softwarewelt verändert sich spürbar. Große Hersteller werden übernommen, Produktportfolios werden neu strukturiert und Lizenzmodelle ändern sich. Für Unternehmen bedeutet das: Bestehende IT-Strategien sollten regelmäßig überprüft werden.
Besonders deutlich wird diese Entwicklung bei bekannten Herstellern wie Citrix und VMware. Beide Marken spielen seit vielen Jahren eine wichtige Rolle in den Bereichen Virtualisierung, digitale Arbeitsplätze, Cloud-Infrastruktur und IT-Betrieb. Gleichzeitig zeigen beide Beispiele, wie stark sich Softwaremärkte durch Übernahmen und neue Geschäftsmodelle verändern können.
Warum verändern sich Softwarehersteller derzeit so stark?
Viele Unternehmen nutzen seit Jahren etablierte Softwarelösungen. Häufig wurden diese Systeme langfristig geplant, technisch tief integriert und über viele Jahre hinweg zuverlässig betrieben.
Durch Übernahmen und neue Konzernstrategien können sich jedoch wichtige Rahmenbedingungen ändern, zum Beispiel:
- Lizenzmodelle und Laufzeiten
- Produktbündel und verfügbare Editionen
- Support- und Partnerstrukturen
- Preisgestaltung
- technische Weiterentwicklung
- Kompatibilität mit bestehenden Systemen
Für IT-Abteilungen ist das eine Herausforderung. Denn Software ist nicht nur ein Werkzeug, sondern oft ein zentraler Bestandteil der gesamten Unternehmensinfrastruktur.
Citrix: Ein bekannter Name unter neuer Konzernstruktur
Citrix ist vielen Unternehmen vor allem durch Lösungen für Virtual Apps, Virtual Desktops, Remote-Zugriff, Application Delivery und sichere digitale Arbeitsplätze bekannt.
Im Jahr 2022 wurde Citrix von Vista Equity Partners und Evergreen Coast Capital übernommen. Anschließend wurde Citrix mit TIBCO Software zusammengeführt. Daraus entstand die Cloud Software Group.
Für Kunden ist dabei weniger die gesellschaftsrechtliche Struktur entscheidend, sondern die praktische Frage: Wie entwickeln sich Produkte, Lizenzen, Support und langfristige Einsatzmöglichkeiten weiter?
Gerade bei zentralen Infrastrukturlösungen wie Citrix sollten Unternehmen deshalb prüfen:
- Welche Citrix-Produkte werden aktuell eingesetzt?
- Welche Lizenz- und Vertragsmodelle gelten?
- Welche Kosten entstehen bei Verlängerung oder Umstellung?
- Gibt es technische Abhängigkeiten zu anderen Systemen?
- Welche Alternativen oder Ergänzungen kommen infrage?
VMware nach der Broadcom-Übernahme: Neue Strategie, neue Lizenzfragen
Auch VMware ist seit vielen Jahren ein zentraler Anbieter für Virtualisierung und Cloud-Infrastruktur. Viele Unternehmen betreiben mit VMware vSphere, vCenter oder ergänzenden VMware-Komponenten große Teile ihrer Server- und Rechenzentrumsumgebung.
Im November 2023 wurde VMware von Broadcom übernommen. Seitdem wurden Portfolio und Lizenzmodell deutlich neu ausgerichtet. In der Praxis beschäftigen sich viele Unternehmen vor allem mit dem Wechsel von klassischen Lizenzmodellen hin zu stärker abonnementbasierten Modellen.
Für IT-Verantwortliche ergeben sich daraus wichtige Fragen:
- Wie entwickeln sich die VMware-Kosten in den nächsten Jahren?
- Welche Produkte werden künftig wirklich benötigt?
- Welche Abhängigkeiten bestehen zu VMware?
- Ist eine Konsolidierung sinnvoll?
- Sind Alternativen wie Proxmox, Hyper-V, KVM oder andere Virtualisierungslösungen realistisch?
- Welcher Schulungsbedarf entsteht durch mögliche Änderungen?
Was bedeutet Software-Konsolidierung für Unternehmen?
Die Beispiele Citrix und VMware zeigen einen größeren Trend: Der Softwaremarkt wird stärker konsolidiert. Große Anbieter, Private-Equity-Gesellschaften oder Technologiekonzerne übernehmen etablierte Hersteller und richten deren Geschäftsmodelle neu aus.
Das muss nicht automatisch negativ sein. Eine neue Eigentümerstruktur kann auch Investitionen, Produktmodernisierung oder klarere Portfolios mit sich bringen. Gleichzeitig entstehen für Kunden aber Risiken, wenn Preise steigen, Lizenzmodelle komplexer werden oder bekannte Produktlinien verändert werden.
Unternehmen sollten deshalb nicht erst reagieren, wenn eine Vertragsverlängerung ansteht. Sinnvoll ist eine frühzeitige Bestandsaufnahme.
Welche Fragen sollten Unternehmen jetzt stellen?
Eine gute IT-Strategie beginnt mit Transparenz. Unternehmen sollten ihre eingesetzten Softwarelösungen regelmäßig überprüfen:
- Welche geschäftskritischen Systeme hängen an einzelnen Herstellern? Je stärker die Abhängigkeit, desto wichtiger ist eine langfristige Strategie.
- Welche Lizenzmodelle laufen aus oder ändern sich? Gerade bei Citrix, VMware und anderen Infrastrukturprodukten lohnt sich eine frühzeitige Prüfung.
- Gibt es technische Alternativen? Nicht jede Alternative passt zu jedem Unternehmen. Aber eine Bewertung schafft Verhandlungsspielraum und Planungssicherheit.
- Welches Know-how fehlt intern? Neue Plattformen, neue Lizenzmodelle und neue Betriebsmodelle benötigen geschulte Administrator.innen und IT-Teams.
- Welche Systeme sollten bewusst beibehalten werden? Nicht jede Veränderung ist sinnvoll. Manchmal ist die beste Strategie, ein bestehendes System gezielt weiterzuführen – aber mit aktuellem Wissen und sauberer Planung.
Alternativen prüfen: Open Source, europäische Anbieter und hybride Strategien
Viele Unternehmen beschäftigen sich inzwischen stärker mit Alternativen zu etablierten Herstellern. Dazu gehören Open-Source-Lösungen, europäische Anbieter oder hybride IT-Strategien.
Beispiele sind:
- Proxmox VE als Virtualisierungsplattform
- Linux-basierte Serverlösungen
- Ansible für Automatisierung
- LibreOffice als Office-Alternative
- Zimbra oder andere Mail- und Collaboration-Lösungen
- Guacamole für browserbasierten Remote-Zugriff
Wichtig ist dabei: Eine Alternative sollte nicht nur wegen niedrigerer Lizenzkosten ausgewählt werden. Entscheidend sind auch Betriebssicherheit, Support, Know-how, Migration, Datenschutz, Integration und langfristige Wartbarkeit.
Schulung und Beratung: Wissen schafft Entscheidungssicherheit
Wenn sich Herstellerstrategien ändern, reicht es nicht aus, nur auf neue Lizenzangebote zu reagieren. Unternehmen benötigen technisches Verständnis, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Schulungen und Workshops helfen dabei, bestehende Lösungen besser zu bewerten und Alternativen realistisch einzuschätzen.
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, kontaktieren Sie uns einfach.
Unsere IT-Consultants der NetQuest GmbH und Schulungsberater.innen bei allskills Training stehen Ihnen gerne zur Verfügung und beraten Sie individuell.
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