Zum Hauptinhalt springen

Der Sprung ins kalte Wasser – ein Überlebenskampf

Unsere Branche, die Weiterbildungsbranche, hat es getroffen und zwar zu Anfang richtig hart. Schnell hat sich gezeigt, dass viel Nachholbedarf besteht am Ausbau der digitalen Lernformate – und das überall. Nicht nur die Kunden, Firmen und Behörden hierzulande, die umdenken und technisch aufrüsten müssen, auch viele Schulungsanbieter und Trainer hatten sich damit noch nicht ernsthaft beschäftigt.

Umbruch und Investition ist angesagt auf verschiedenen Ebenen. Auch bei uns

Bei uns als Consulting- und Trainingsanbieter gerade in diesem Bereich der Netzwerkinfrastruktur waren allerdings Technik und Trainerkompetenz für das Kursformat „Live Virtual Classroom“ bereits seit Jahren vorhanden, vorgegeben vom amerikanischen Trend der Softwarehersteller in diesem Bereich. Nur die Kundenakzeptanz und -nachfrage in Deutschland war bisher kaum vorhanden. Das machte sich zu Coronabeginn bemerkbar, denn unser spontanes Angebot an Virtual Classroom Formaten wird auch jetzt nur zögerlich angenommen, der Markt bricht zusammen.

Glück für uns ist, dass nun Kompetenz gesucht wird im Consultingbereich. Unternehmen und Behörden müssen ihre IT-Strukturen ausbauen für Homeoffice & Co. Für einige unserer Trainer bekommen wir Langzeit-Projektaufträge in diesem Bereich, die uns Einnahmen sichern.

Trotzdem: Wie wird es nach der Pandemie mit dem Schulungscenter weiterlaufen? Werden überhaupt alle Schulungsanbieter überleben können? Werden es alle unsere Kunden überleben? Werden sie noch Budget für Weiterbildung haben?

Unsere Investitionsbaustelle sind unsere Räume

Die müssen entweder umfangreich renoviert werden, um den Ansprüchen der Teilnehmenden künftig gerecht zu werden oder wir müssen uns jetzt entscheiden, uns zu verkleinern. Wichtig wäre auch eine Klimatisierung in den Schulungsräumen. Aber sollen wir jetzt in eine so teure Modernisierung investieren? Lohnt es sich, einen Kredit aufzunehmen, der uns über die kommenden Jahre belasten wird? Sollten wir nicht erst abwarten bis die Krise vorbei ist, um die weiteren Trends besser einschätzen zu können?

Andererseits müssen wir uns jetzt entscheiden, da unser Mietvertrag verlängert oder gekündigt werden muss. Wir möchten nicht wirklich hier weg, denn gerade der Standort mitten in Berlin, mit vielen kleinen Bistros, Restaurants und Läden nebendran wird von Teilnehmer.innen sehr geschätzt. Wir hätten genau jetzt auch Zeit. Die Räume stehen fast leer, die Mitarbeiter.innen sind kaum mit Kundenberatung und -betreuung beschäftigt.

Schwere Entscheidung! Ach, wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Wir verlängern unseren Mietvertrag und stürzen uns ins Renovierungsabenteuer. In den Büroräumen kommt alles raus. Es wird gespachtelt, gestrichen, neue Böden werden verlegt, neue Möbel angeschafft. Die Planung der Klimaanlagen wird mit dem Hausvermieter vorgenommen, es werden Schächte und Löcher geschlagen. Handwerker summen wie Bienen durch das Gebäude.

Zweite Baustelle: Der Name des Schulunsgcenters

Doch damit nicht genug, haben wir noch eine weitere „Baustelle“ vor uns. Der Name unseres Schulungscenters soll geändert werden, weil er nicht mehr zeitgemäß und eindeutig unser Angebot benennt. Bei einer solchen Gelegenheit muss auch die digitale Präsenz überarbeitet werden: Websites, Social Media, Foren. Für einen Seminaranbieter ist es wichtig, online gut gefunden zu werden. Die Webseiten müssen ansprechend, gut strukturiert und leicht verständlich das Angebot für Interessent.innen darstellen.

Die Frage ist, ob eine Namensänderung von Stammkunden überhaupt gut aufgenommen wird? Schließlich sind wir seit über 20 Jahren als SMLAN etabliert. Wird uns das Kunden kosten?

Doch wenn nicht jetzt, wann dann? Wo wir doch eh schon alles renovieren! Welcher neue Name wäre denn überhaupt passend?

Springen wir einfach ins kalte Wasser!

In Konzepte und Planungen werden alle Mitarbeiter involviert. Wir erfinden uns rundum neu als allskills Training.

Heute, im Sommer 2021 wird noch der letzte Schulungsraum renoviert, Büros und 3 Schulungsräume sind schon fertig. Die ersten sommerlichen Seminare in den klimatisierten Räumen wurden mit Begeisterung aufgenommen von Teilnehmenden und Dozent.innen. Der neue Name des Schulungscenters wurde langfristig bekannt gemacht. Eine neue Website ist in der Entstehung, wird noch viel Arbeit kosten.

Wir hatten uns überlegt, mit einem Sommerfest die „Neugeburt“ unseres Schulungscenters zu feiern und haben alle Kunden, Trainer und Partner eingeladen. Bis dahin, Anfang September, möchtenwir fertig sein mit den Renovierungsarbeiten. Wir sind gespannt, ob es sich tatsächlich gelohnt hat – das wird sich natürlich erst noch zeigen.

Ja, wir sind optimistisch und erwartungsvoll. Aber wir sind sicher, dass Sie, unsere Kunden, die Neuerungen positiv aufnehmen und uns treu bleiben werden und neue Kunden uns als zukunftsorientierten, modernen Anbieter und Dienstleister wahrnehmen. Die Weichen sind gestellt für volle Fahrt nach Corona.

Sabine Korn-Dörfler
 

Sabine Korn-Dörfler, Management- und Vertriebsleitung NetQuest GmbH und allskills Training

 
Veröffentlicht am
Autor: Sabine Korn-Dörfler
Kategorien: Allgemein

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.